Interview mit Dr. Josef Franz: Duftmarketing |
Dipl. Heilkräuterfachmann von VITALIS Dr. Joseph und Entwickler der Vitalpina® fragrance
Wie können Düfte unsere Stimmung und das Wohlbefinden beeinflussen? Dies funktionierte über das sogenannte Riechepithel, ein auf die Sinneswahrnehmung von Gerüchen spezialisiertes Gewebe. Die Nase spielte also immer schon eine ganz zentrale Rolle. So wurde zum Beispiel auch der Partner über die Nase ausgewählt. Denken Sie nur an den Spruch: »Ich kann dich gut riechen!«.
Was bedeutet das für den modernen Mensch?
Warum ist das so? Düfte lösen Erinnerungen an Erlebnisse aus, so sind wir nun einmal konditioniert. Nachgewiesen ist, dass bestimmte Düfte stressabbauend wirken können, weil dadurch euphorisierende Hormone, wie Serotonin oder Endorphin, vermehrt ausgeschüttet werden, die allesamt positiv auf unser Wohlbefinden wirken.
Sie sagen, die Natur sei das intelligenteste Labor der Welt. Was heißt das? Die Natur ist ein vernetztes, ganzheitliches System, das seit Jahrtausenden ausgezeichnet gewirtschaftet hat. Sie hat eine unendlich große Zahl von Spezies hervorgebracht, die uns nur staunen lässt. Nehmen wir den Prozess der Photosynthese, bei dem die Natur hochintelligente chemische Verbindungen generiert. Dazu bräuchten wir riesengroße Labors – und würden es doch nicht so hinbekommen. In meinem Unternehmen versuchen wir komplexe Systeme zu analysieren und verfolgen bei der Lösung von Aufgaben und Problemstellungen ganzheitliche Ansätze – genau so, wie es uns die intelli- gente Lehrmeisterin Natur vormacht.
Welche heimischen Düfte eignen sich besonders zum Entspannen und Durchatmen? Es ist nicht eine einzige Pflanze, sondern es sind drei größere Gruppen: Erstens die Nadelhölzer, also die Zirbe, die Fichte, die Lärche und die Kiefer. Sie vermitteln uns Ruhe und geben Kraft. Zweitens Zitrusdüfte, wie die Limette, die Orange, die Zitrone. Sie bringen die Sonne des Südens. Und drittens Früchte, wie zum Beispiel die schwarze Johannisbeere, und Almkräuter. Sie geben ein blumig-würziges Aroma, das uns einen gewissen Ausgleich und Wohlbefinden vermittelt.
Sie haben ja zwei spezielle Vitalpina Düfte kreiert. Was ist daran einzigartig?
Eine kleine Aromatherapie als nützliche Atempause – was sollte ich dabei beachten? Das Wesentliche ist zunächst das Ausatmen, auch um Platz zu schaffen für Neues. Wichtig ist, dass Sie stressfreie Luft atmen, ideal wäre natürlich Waldluft. Und wenn Sie zum Beispiel einen Raum beduften, sollte das nur punktuell geschehen, an der Wahrnehmungsgrenze, sanft und bewusst. Mit Düften sollen Sie respektvoll umgehen, Sie halten einen Schatz in Ihren Händen.
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